(ML) Am Platschweg sind die Bagger aufgefahren, um mitten in eine schöne, sanft abfallende Wiese unterhalb der alten Millander Kirche eine Zufahrtsstraße in die von überall her sichtbare Landschaft zu fräsen. Die Bauarbeiten wurden gleich nach dem ersten Herumwühlen wieder eingestellt, weil der Grundbesitzer Raimund Stockner sich den Bauarbeiten widersetzt und die Arbeiter von seinem Grund und Boden verwiesen hat. Nun will die Gemeinde Stockner enteignen.

Wie massiv die Platschwegverlängerung in die Landschaft eingreift, erkennt man hier auf diesem Foto. Das neue Haus am Waldrand gehört Raimund Stockner, so wie auch einige Grundstücke darum herum. Stockner wehrt sich dagegen, dass die Wiesen durchschnitten werden und hat ein Alternativprojekt vorgeschlagen, das die neue Zufahrt an den rechten Rand der Wiesen verlegen würde. Warum besteht die Gemeinde auf der Trassierung mitten durch die Wiesen? Soll neuer Baugrund erschlossen werden?
In der lange andauernden und immer wieder aufflammenden Debatte zum Bau des neuen Friedhofes in Milland haben die Vertreter der Grünen Bürgerliste, allen voran Franz Pisoni, immer wieder eine Reihe von Einwänden erhoben und versucht, die Mehrheit von einer schonenderen Vorgangsweise zu überzeugen. Umsonst: Die SVP und ihre Koalitionspartner sind über die Argumente der Opposition genauso hinweggefahren, wie über die Unterschriften von hunderten MillanderInnen, die sich gegen eine Verbreiterung des Platschweges zur Wehr gesetzt haben.
Neben der Frage der Sinnhaftigkeit des großzügigen Ausbaus des Millander Friedhofes, auf dem nur mehr selten Beerdigungen stattfinden, stellte sich vor allem die Frage der Zufahrt für die Häuser am Fuß des sog. „Kitzloches“, wo zehn bis fünfzehn Familien leben, die bisher eine Zufahrt nutzten, die unterhalb der Kirche vorbeiführt und das Gelände mit der Plosestraße verbindet.
Die Vertreter der Grünen Bürgerliste haben immer wieder eingewendet, dass diese Zufahrt weiterhin genutzt werden sollte und ggf. zwischen dem alten und dem neuen Teil des Friedhofes eine wenig genutzte Zufahrt und eine viel begangener Fußweg kein Problem darstellen dürften. Das sachlich nicht begründbare Dogma, dass der alte und der neue Friedhof nicht voneinander getrennt werden dürfen, wurde von der Mehrheit als solches akzeptiert und die Verbreiterung des Platschweges und die Errichtung eines neuen Straßenabschnitts mit Parkplatz als einzige Möglichkeit der Anbindung der Häuser im Kitzloch dargestellt.
Raimund Stockner hat in den letzten Jahren auf Höhe der Kirche ein Haus gebaut und ist auch Nutznießer einer neuen Zufahrt. Um die Grundstücke nicht willkürlich zu zerschneiden, hat er für die Platschweg-Verlängerung eine Alternative vorgeschlagen, die mehr oder weniger dem Verlauf des Kirchsteiges folgen würde. Der Stadtrat besteht aber unter Hinweis auf die geringfügig stärkere Steigung der Variante auf die Schleife durch die Wiese, die das Landschaftsbild stark beeinträchtigt. Das kann man schon bei den ersten Grabungsarbeiten auf eklatante Weise erkennen.
Hier der Plan der Gemeinde Brixen mit den Grundparzellen, die von der Baumaßnahme betroffen sind:
Hier die Legende zum Plan:
Und hier das Eigentümerverzeichnis
Kritische Beobachter vermuten, dass es beim Durchdrücken dieser Baumaßnahme durch die Stadtregierung auch darum geht, neues Bauland zu erschließen und den diesbezüglichen Druck auf die bisher unberührten Wiesen zu erhöhen.












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